20 Jahre später ….

13. Aug 2017

Vor 20 Jahren startet Siemens das Siemens Management Learning unter der Leitung von Dr. Bellmann. Grund genug, um auf dieses außergewöhnliche Programm mit seinen immer noch aktuellen Konzepten zurückzublicken. 

Modernes Lernen mit digitalen Medien – vom E-Learning über das Online Learning bis hin zum Blended Learning – setzt sich immer mehr durch. Doch so neu wie man oft glaubt sind die entsprechenden Konzepte gar nicht. So wurde im Jahr 1997 das Siemens Management Learning aus der Taufe gehoben. Dr. Bellmann, der Leiter des Siemens Management Learnings, entwarf mit seinem Team, dem ich damals angehören durfte, und in Kooperation mit der Duke University in den USA ein globales Entwicklungsprogramm für Führungskräfte und führte dieses ab 1997 weltweit durch.

Zielgruppe des Programms waren alle Führungskräfte von Siemens weltweit, vom Top Management bis zu Führungskräften mit erster Führungserfahrung. Aber auch junge Leute mit Führungspotenzial konnten daran teilnehmen. Ziel war es unter anderem, ein weltweit einheitliches Verständnis von guter Führung zu schaffen.

Das Programm war nach moderner Sprechweise ein tätigkeitsbegleitendes Blended Learning Programm. Es dauerte ein Jahr und bestand aus drei Präsenzworkshops zu Beginn, in der Mitte und am Ende des Programms. Nur während der Präsenzworkshops waren die Teilnehmenden nicht am Arbeitsplatz. Dazwischen eigneten sie sich über Distance Learning – wie es damals noch hieß –  das erforderliche Fachwissen an und kommunizierten mit den Kollegen ihrer Lerngruppe über das Intranet.

Die Techniken waren damals noch recht rudimentär. So musste Siemens ein eigenes Learning Management System entwickeln, da es auf dem Markt nichts Vergleichbares gab. Kommuniziert wurde in Chat-Räumen und Diskussionsforen sowie mit NetMeeting von Microsoft. Ein modernes virtuelles Klassenzimmer – Centra, das heute Bestandteil von Saba ist – wurde erst 2001 eingeführt. Social Media waren noch gänzlich unbekannt.

Besonderheit des Programms waren die so genannten Business Impact Projects. Dabei handelte es sich um Projekte, die im Rahmen des Siemens Management Learnings zusätzlich zur normalen Tätigkeit in Gruppen von 4 bis 6 Teilnehmern bearbeitet und ein reales Problem des Unternehmensalltags lösen sollten. Damit wurde Lernen und Arbeiten tief miteinander verbunden. Das Siemens Management Learning Programm war somit auch eine virtuelles Action Learning Programm.

Wenn Sie mehr über das Programm wissen wollen, empfehle ich ein Interview mit Dr. Bellmann zu lesen, das 1999 in der Computerwoche erschienen ist. Sehr lesenswert, vor allem für Personalentwickler, die Blended Learning in der Führungskräfteentwicklung einsetzen wollen.

Ich für meinen Teil bin stolz darauf, dass mich Dr. Bellmann 1997 in sein Team holte und mir die Gelegenheit gab, Blended Learning von der Pike auf zu lernen.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

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Konrad Fassnacht

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