Der Zauberer vom Zeitenmeer

10. Aug 2017

Zeitmanagment-Tipps, Teil 1

Stellen Sie sich Folgendes vor. Auf dem Weg zur Arbeit begegnet ihnen einen Mann. Dieser spricht sich Sie an und gibt sich als Zauberer zu erkennen, als Zauberer vom Zeitmeer. Sie kommen ins Gespräch, und zum Abschied sagt der Zauberer: „Das war aber jetzt ein angenehmens Gespräch. Zum Dank schenke ich Dir Zeit aus meinem Zeitenmeer. Ab sofort hast Du pro Tag nicht mehr nur 24, sondern 40 Stunden zur Verfügung.“ Und damit verschwindet der Zauberer.

Sie schmunzeln. War ein netter Verrückter. Doch am Abend sind Sie vom Donner gerührt. Ihr Tag endet nicht nach 24 Stunden, sondern wirklich erst nach 40 Stunden. Nachdem sich der Schock gelegt hat sind Sie hoch erfreut. Und sofort beginnen Sie Ihren Tag neu zu organisieren.

Statt 8 Stunden wollen sie 12 Stunden arbeiten. Sie werden 10 Stunden schlafen. Und dann haben sie immer noch 18 Stunden für Ihre Freizeit. Es dauert nicht lange, und sie haben sich an den neuen Zustand gewöhnt. Endlich schaffen Sie Ihr Arbeitspensum. Sie bitten sogar den Chef um zusätzliche Aufgaben. So haben Sie nach einigen Wochen auch die 12 Stunden mit Arbeit gefüllt. Macht aber nichts. Sie arbeiten auch gerne 16 Stunden, denn Freizeit haben sie genug und können etwas davon abgeben. Nach drei Monaten hat sich das Ganze für Sie stabilisiert.

Eines Tages erscheint der Zauberer wieder. Er wirkt ganz zerknirscht. „Ich habe bei unserem letzten Treffen etwas vergessen. Mein Geschenk aus dem Zeitmeer ist begrenzt. In drei Tagen endet es, und Du hast wieder Deine normalen 24 Stunden zur Verfügung. Tut mir sehr leid.“ Damit verschwindet er wieder.

Sie sind geschockt. Wie können Sie das nur schaffen? Sie müssen einen 16 Stunden Arbeitstag auf 8 Stunden zurückfahren. Und die Arbeit, die Sie aktuell erledigen, sind in 8 Stunden nicht zu schaffen. Ihnen bleibt nichts anderes übrig als zu Priorisierung und Aufgaben zu streichen, die nicht wichtig und nicht relevant sind. Das fällt Ihnen extrem schwer, denn alles, auch die neuen Aufgaben, sind wichtig.

Genau vor diesem Problem stehen wir auch ohne den Zauberer vom Zeitenmeer. Wir bürden uns viel mehr Aufgaben auf als wir in unserer normalen Arbeitszeit erledigen können. Oder lassen sie uns aufbürden. Ergebnis ist Stress, Unzufriedenheit, schlechte Arbeitsqualität, Überstunden und vieles mehr. Dies bedeutet für die Praxis, dass wir uns immer die Zeit nehmen sollten, um genau zu Priorisierung was zu tun ist und was nicht zu tun ist. In der hektischen Zeit machen wir uns zu wenig Gedanken und erledigen oft Aufgaben, die nicht notwendig sind, arbeiten ineffizient an Aufgaben und vieles mehr.

Praxistipp:

Machen Sie sich sehr detaillierte Gedanken über Ihre Prioritäten. Was ist wirklich wichtig, was ist weniger wichtig, was ist unwichtig? Wenn Ihnen die Prioritäten unklar sind sprechen Sie mit Ihrer Führungskraft darüber. Achten Sie auch auf Zielkonflikte. Wenn es Aufgaben gibt, die anderen sehr wichtig, Ihnen aber unwichtig sind, klären Sie diese „unwucht“ im Arbeitsgetriebe. Ja, das kostet Zeit. Aber Zeitmanagement ist immer eine Investition, deren Erfolg Sie erst später ernten können.

Ich möchte Ihnen noch ein anderes Gedankenexperiment schildern. Stellen Sie sich folgendes vor: vor Ihnen stehen eine Flasche Wasser und ein leeres Glas. Die Größenverhältnisse entsprechen denen auf dem Bild. Nun wollen Sie den Inhalt der Flasche komplett in das Glas schütten, ohne dass das Glas überläuft. Welchen Trick müssen Sie anwenden, damit dies funktioniert?

Die Auflösung erfahren Sie im nächsten Blogbeitrag zum Thema Zeitmanagement. Dann werde ich auch den die Beziehung zwischen diesem kleinen Experiment und dem Thema Zeitmanagement herstellen.

Und wenn Sie einen kleinen Schluck aus dem Zeitmeer nehmen und Ihre Selbst- und Arbeitsorganisation mit Unterstützung durch einen Trainer / Coach spürbar verbessern wollen, dann besuchen Sie doch einfach unser Blended Learning Training Zeitmanagement, Selbstmanagement und Arbeitsorganisation. Mehr Informationen hierzu finden Sie auf unserer Veranstaltungswebseite.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

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Konrad Fassnacht

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