„Helikopter-Eltern“ – von der Kunst, zur Unselbstständigkeit zu erziehen

11. Nov 2016

In der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung vom 07. März 2015 finden Sie unter der Überschrift „Kinder, bleibt im Haus!“ einen interessanten Artikel über die sogenannten „Helikopter-Eltern“. Zwar schildert der Artikel die Situation in den USA, doch es wird auch auf Tendenzen in Deutschland hingewiesen, die in die gleiche Richtung gehen, z.B.: „1970 liefen in Deutschland noch 91 Prozent der Erstklässler selbstständig zur Schule, 2000 waren es nur noch 17 Prozent.“

Mir haben sich beim Lesen des Artikels eine ganze Reihe von Fragen gestellt. Wie ist es um den Zeitmangel bestellt, unter dem wir alle scheinbar leiden, wenn wir die Zeit haben, unser Kinder zur Schule zu fahren? Muss einmal mehr die Schule als „Reparationsbetrieb“ unsere Kinder zur Selbstständigkeit erziehen, weil wir als Eltern es nicht mehr gebacken bekommen? Was müssen Führungskräfte leisten, wenn die jungen Leute immer unselbstständiger werden?

Hier passt ein Erlebnis, das mir unlängst ein Teilnehmer unseres Seminars „Führungskraft im digitalen Zeitalter“ geschildert hat. Ein junger Mitarbeiter, der in der Abteilung meines Teilnehmers als Trainee beginnen sollte und dazu von A nach B umziehen musste, fragte ihn als Führungskraft allen Ernstes: „Haben Sie mir schon eine Wohnung beschafft?“ Als die Führungskraft überrascht erwiderte, dass er das schon selber machen müsse, meinte der junge Mann: „Da erwarte ich schon Ihre Hilfe. Ich bin fremd hier und als mein Chef müssen Sie sich um mich kümmern.“

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

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FCT Akademie

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