20 Jahre Webinare – Ein Rückblick

01. Okt 2020

Ein Erfahrungsbericht von Konrad Fassnacht

Die FCT Akademie blickt auf 20 Jahre Erfahrung mit unterschiedlichsten Webinar-Formaten zurück, vom Live Online Training bis zu interaktiven Konferenzen. In diesem Blog-Beitrag gibt Konrad Fassnacht einen kleinen Einblick in seine persönliche Geschichte mit dieser für in faszinierenden Online-Methode.

Als ich mich im Jahr 1997 dem Team von Dr. Bellmann anschloss ging das damals sehr moderne Siemens Management Learning Program an den Start. Zusammen mit der Duke University in den USA war dieser Blended-Learning-Kurs als Virtual Action Learning entwickelt worden. Das zentrale synchrone Kommunikationselement im weltweiten Kurs war der klassische Chat-Raum. Die Akzeptanz bei den Führungskräften war allerdings recht bescheiden. Man probierte es halt mal aus, und das war es dann.

Eine Wende brachte mein Besuch bei der TechLearn 2000 in Atlanta, einer Messe mit Kongress vergleichbar mit der europäischen Learntec. Dort sah ich das erste Mal ein virtuelles Klassenzimmer und war begeistert. Diese Begeisterung übertrug sich auch auf den neuen Leiter des Siemens Management Learnings, Herrn Dr. Dierk. Er beauftragte mich, die verschiedenen virtuellen Klassenzimmer zu evaluieren, um das geeignetste im Siemens Management Learning einzusetzen. Also legten wir eine Anforderungsliste fest, verglichen die verschiedenen Werkzeuge, ließen uns die drei verbleibenden Kandidaten zeigen und entschieden uns für das Produkt Centra von Centra Inc., das heute in Saba integriert ist.

Es begann eine spannende Zeit. Als Großkunde wurden wir eingeladen, uns am Centra Customer Advisory Board zu beteiligen. Zusammen mit Vertretern von Novartis, Heineken, der Telekom und anderen Firmen erarbeiteten wir einmal im Halbjahr in Boston bei der gleichnamigen Firma Centra Inc neue Anforderungen aus Kundensicht, die Centra dann umsetzte. Boston war auch der Ort, an dem jedes Jahr die Centra User Conference stattfand, an der ich regelmäßig teilnehmen und auch Vorträge halten durfte. Es war eine Pionierphase, in der wir Erfahrungen ohne Ende machten und sehr viel über diese neue Technologie und ihre methodischen Einsatzmöglichkeiten lernten.

Boston, im Jahr 2000 Sitz von Centra Inc.

Im Siemens Manaement Learning setzten wir Centra zu unterschiedlichen Zwecken ein. Wir führten natürlich Online-Schulungen durch, verwendeten die Technologie aber auch für Projektmeetings, für unsere Jour Fixes im Team, für Webkonferenzen mit sehr vielen Teilnehmenden, für interne und auch externe Beratungen und vieles mehr.

Als ich 2005 Siemens verließ und mich selbstständig machte, blieben das virtuelle Klassenzimmer und die Webinarmethode ein zentrales Element meiner Tätigkeit. So entwickelte ich unter anderem den Kurs „Zertifizierte/r Live Online Trainer/in“, der damals noch „Vom Trainer zum Online Trainer“ hieß. Der Kurs wird seitdem alle zwei Jahre überarbeitet und an die neuesten didaktischen, methodischen und technischen Entwicklungen angepasst.

Im Laufe der Jahre haben ich zusammen mit Partnern und später mit den Mitarbeitern der FCT Akademie immer wieder neue Formate in das virtuelle Klassenzimmer integriert. So entwickelten wir zusammen mit Robert Schatz, damals Lehrer an der Berufsoberschule Nürnberg, im Jahr 2007 das Projekt „i-LET“ (Interactive Learning by Expert Talks). Mit i-LET verbanden wir Schüler aus unterschiedlichen Schulen von ihren Klassenzimmern aus mit Experten zu bestimmten Themen. Beispielsweise hatten wir mit David Cunningham einen amerikanischen Lehrer mit im Boot, der live aus den USA aktuelle Themen passend zum Englischunterricht vorstellte und diskutierte. Ein Highlight war Karlheinz Böhm, den wir dafür gewannen, von Salzburg aus an 10 Schulen gleichzeitig über sein Projekt „Menschen-für-Menschen“ zu sprechen.

Corona hat nun der Webinar-Methode einen gewaltigen Schub gegeben. Es wird inzwischen vieles im virtuellen Klassenzimmer ausprobiert und gemacht, was noch vor Kurzem nicht vorstellbar war. So erhalten wir spannende Anfragen wie z.B.

  • die Unterstützung bei der Durchführung einer virtuellen Weihnachtsfeier,
  • die Professionalisierung von Online-Beratungen
  • die Moderation von Tarifverhandlungen
  • die Durchführung virtueller World-Cafés
  • und vieles mehr.

Auch unser Kursangebot entwickelt sich weiter. Im Oktober starten wir mit der neuesten Aktualisierung unseres Kurses „Zertifizierte/r Live Online Trainer/in“, den wir dann auch in englischer Sprache anbieten. Der kleine Bruder, der Kurs „Live Online Referent/in“, geht ebenfalls im neuen Design an den Start. Der Dritte im Bunde ist der Kurs „Moderator/in für Online-Meetings“, mit dem wir die Professionalisierung der virtuellen Besprechungen unterstützen.

Ab März 2021 bieten wir den Fortgeschrittenenkurs „LOT Advanced“ an, der sich an erfahrene Webinartrainer bzw. Live Online Trainer und Live Online Referenten wendet.

Mein persönliches Fazit aus 20 Jahren Webinare ist, dass in virtuellen Klassenzimmern wie Adobe Connect, Zoom, vitero, Edudip, Teams, WebEx und Co. sehr viel mehr machbar ist als man denkt. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, benötigt man neben der didaktischen, methodischen und technischen Kompetenz vor allem auch eine gehörige Portion Kreativität und ein gewisses Maß an Begeisterung.

Und was ist mit persönlichen Treffen? Es geht bei allen Möglichkeiten und Chancen auch darum, die Grenzen des Mediums zu erkennen. Es gibt daher genügend Anlässe, um persönlich zusammenzukommen.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

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Konrad Fassnacht

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