Lernbegleiterin oder Lernbegleiter – braucht man das wirklich?

07. Okt 2020

Immer mehr Präsenzseminare werden in Blended-Learning-Formate transferiert. Diese haben mehr oder weniger große Selbstlernanteile. Selbstlernen bedeutet nichts anderes, als dass man keine Trainerin und keinen Trainer mehr braucht. Lernbegleiterin und Lernbegleiter bzw. Online Tutorin und Online Tutor sind also überflüssig. Ist das so?

Schauen wir etwas zurück. Nicht Jahre, sondern Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte. Vor dieser langen Zeit entstand der klassische Fernunterricht. Selbstlernen war und ist nach wie vor ein wesentlicher Kern des Fernunterrichts und des Fernstudiums. Schon früh erkannten die Fernschulen, dass die Lernergebnisse nicht ganz so zufriedenstellend waren wir man sich das vorgestellt hatte. Auch die Abbrecherquote war viel zu hoch. Es war offensichtlich, dass die Lernenden eine Art Sparringspartner benötigen, der sie durch den Kurs begleitet. Aus dieser Notwendigkeit heraus entstand die Rolle der Fernlehrerin bzw. des Fernlehrers. Diese kommunizierten zu Beginn klassisch per Post mit den Lernenden, um sie auf dem Lernweg zu begleiten. Später kamen Telefon und dann E-Mail hinzu.

Fernlehrer hatten und haben auch heute noch eine ganze Reihe von Aufgaben, die sich im Prinzip in zwei Kategorien einteilen lassen:

  • Sie unterstützen die Lernenden bei Schwierigkeiten, sind für Fragen da und geben Orientierung.
  • Sie korrigieren die Einsendeaufgaben der Lernenden und geben Feedback zu den Leistungen.

Wie verhält sich das heute mit unseren modernen Medien und unseren attraktiven Blended-Learning- und Online-Learning-Kursen? Da braucht man doch keine Lernbegleiterinnen und keine Lernbegleiter mehr, oder? Die Antwort ist einfach: doch, man braucht sie.

Auch in modernen Kursen und Weiterbildungen, Lernszenarien und Learning Journeys, etc. benötigen die Lernenden Unterstützung bei Schwierigkeiten, rasche Antwort auf Fragen, eine klare Orientierung, eine Fremdeinschätzung durch Feedback und vieles mehr. Dabei wird es wie im klassischen Fernunterricht Lernende geben, die völlig ohne Unterstützung durch den Kurs kommen, und andere, die sehr viel Hilfe benötigen und Sicherheit brauchen. Erkenntnisse aus dem klassischen Fernunterricht lassen sich auf moderne Weiterbildung übertragen: ohne Lernbegleiterin und ohne Lernbegleiter werden viele Lernenden unter ihren Möglichkeiten bleiben.

Für Unternehmen und Organisationen ist das fatal. Die Lernergebnisse, die ja schon bei Präsenzseminaren nicht unbedingt befriedigend waren, werden nicht besser, eher schlechter. Hier kommen Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter ins Spiel. Sie haben sehr wichtige Aufgaben zu erfüllen. Hier einige Beispiele.

  • Sie regen die Teilnehmenden zur Selbstreflexion an und geben Feedback zu den Reflexionsergebnissen.
  • Sie stellen den Transfer des Erlernten sicher und geben Hinweise, wie man mit dem Erlernten die Fertigkeiten und die Arbeitsergebnisse verbessert.
  • Sie warnen vor Fallstricken und Fehlentwicklungen.
  • Sie geben Orientierung und Sicherheit.

Was dabei spannend ist: auch die Lernenden, die ihre Lernbegleiterin oder Lernbegleiter nie benötigen, sind froh, dass es sie oder ihn gibt. So höre ich am Ende eines Kurses nicht selten den Satz: „Konrad, ich habe Dich zwar nie gebraucht, aber ich war froh, dass Du da warst. Das gab mir Sicherheit für den Fall, dass ich mal nicht weitergekommen wäre.“

Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter bzw. Online Tutorinnen und Online Tutoren benötigen für ihre Tätigkeit ein Bündel an Kompetenzen, aber auch Eigenschaften wie Empathie und Wertschätzung. Die Kompetenzen können erworben, die Eigenschaften gestärkt werden, z.B. in unserem Kurs „Zertifizierte/r Lernbegleiter/in bzw. Online Tutor/in“. Hier erleben die Teilnehmenden, was Lernbegleitung bedeutet, und üben die Aufgaben einer Lernbegleiterin bzw. eines Lernbegleiters in der Praxis üben.

Melden Sie sich doch gleich hier an und erleben Sie Ihren Lernerfolg.

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Konrad Fassnacht

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Konrad Fassnacht

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