Online-Lernbegleiter und Trainer – ein perfektes Team

20. Feb 2020

Was macht eigentlich einen guten Online-Lernbegleiter aus? In den heutigen Zeiten, in denen Lernen zunehmend mit digitalen Medien erfolgt, und der direkte Kontakt zwischen Trainer und Lernenden – sowie unter den Lernenden selbst – zunehmend im virtuellen Raum stattfindet, haben sich auch die Anforderungen an die Betreuung der Lernenden gewandelt.

Während der Trainer in erster Linie im Präsenzformat oder im Live Online Training in Erscheinung tritt und für die Vermittlung und Reflexion von neuen Inhalten sowie den Transfer des Erlernten zuständig ist, arbeitet der Lernbegleiter, auch Online-Tutor genannt, eher hinter den Kulissen. Seine Bühne ist das Forum im Lernmanagement-System, die Social Media Plattform oder die virtuelle Lerncommunity, in der sich die Lernenden austauschen. Auch das herkömmliche E-Mail-Postfach und das Gespräch am Telefon gehören zu seinem Wirkungskreis. Denn seine Aufgabe ist es, den Lernprozess zu unterstützen und zu begleiten – zur Ergänzung oder auch Entlastung des Online-Trainers, der Fachexperten und anderer möglicher Beteiligter.

Jede dieser Personen – Trainer, Fachexperte und Lernbegleiter – sollte als eigenständige Rolle mit ihren eigenen Anforderungen verstanden werden. In großen Weiterbildungsabteilungen sind diese Rollen nicht selten auf mehrere Mitarbeiter verteilt. Viele Live Online Trainer erfüllen dagegen gleichzeitig mehrere Rollen: Sie erstellen dank ihrer Fachexpertise eigenständig Lernmaterialien (Fachexperte, E-Learning Autor), reflektieren im Webinar mit den Teilnehmern das Gelernte (Live Online Trainer) und betreuen die Lernenden asynchron beispielsweise bei virtuellen Gruppenarbeiten (Lernbegleiter). Es lohnt sich, diese neue, besondere Rolle der Online-Lernbegleitung genauer zu betrachten. Es stellen sich hier Fragen wie „Wie gehe ich mit unangemessenen Forumsbeiträgen um?“, „Wie hole ich abgehängte Teilnehmer wieder ins Boot?“, oder auch „Wie wird aus einzelnen Kursteilnehmern ein echtes virtuelles Lernteam?“ Keine Frage, die Kommunikation im virtuellen Raum hat bei der Lernbegleitung genau wie diejenige in Webinaren ihre Besonderheiten – und natürlich gewisse Fallstricke, die sich aus der zeit- und ortsunabhängigen Kommunikation ergeben.

Wir finden: Ein guter Lernbegleiter weiß um die Besonderheiten der virtuellen Kommunikation und begleitet die Lernenden zielgerichtet bei der Erreichung ihrer Lernziele. Er unterstützt bei Fragen und Problemen und schafft eine angenehme Lernatmosphäre. Und nicht zuletzt kennt er sich mit unterschiedlichen Medien aus, die für die Online-Betreuung geeignet sind. Ob in Personalunion mit dem Live Online Trainer oder nicht – die beiden Rollen bilden eine Einheit und ergänzen sich perfekt.

Was meinen Sie? Was ist Ihnen wichtig bei der Begleitung und Betreuung von virtuellen Lernteams? Schreiben Sie Ihre Kommentare einfach in unser Kommentarfeld. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Lernende Grüße aus dem Rheinland

Dagmar Barton

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Dagmar Barton

Kommentare

  1. Hallo Dagmar, ich kann deine Ausführungen nur unterstützen und finde es gut, dass du die Begrifflichkeiten klärst. Durch die vielschichtigen Aufgaben des Lernbegleiters (Trainer, Tutor, Mediendesigner, Live Online Trainer) wird klar, dass dies erweiterte Kompetenzen mit sich bringt. Denn virtuelle Lernteams zu begleiten, erfordert den Einsatz von Methoden und viel Einfühlungsvermögen. Es muss aus meiner Sicht viel umfassender kommuniziert werden, als wir das aus der Präsenz gewohnt sind. Dort übermittelt die Mimik und Gestik der Teilnehmer viel über deren Gedanken und Gefühle. Mein Anraten ist, öfter nachzufragen, wenn etwas nicht eindeutig erkennbar ist und Aufgaben zu stellen, die das Denken und die Diskussion anregen. Der Lernbegleiter stellt den Teilnehmer viel stärker in den Mittelpunkt des Lerngeschehens und unterstützt ihn beim Lernprozess. Eine weitere Aufgabe ist die Gestaltung der Sozialisierung. Was in der Präsenz quasi automatisch passiert während des Trainings oder in den Pausen, muss vom Lernbegleiter in einer virtuellen Umgebung stärker initiiert werden. Zum Beispiel im Forum oder beim Live Online Training zu Beginn einer Maßnahme eine Vorstellungsaktion zu machen und zwischendurch auch immer wieder auf eine „zwischenmenschliche“ Ebene zu gehen – weg vom eigentlichen Inhalt. Nur wer sich gut kennt, wird als Teilnehmer seine Erfahrungen und Meinungen im Team weitergeben. Ich freue mich auch über weitere Ideen. Beste Grüße Inga Geisler

    • Dagmar schreibt: Februar 27, 2020 at 2:55 pm

      Hallo Inga, ich habe mich über deinen Beitrag sehr gefreut! Ich bin ganz bei dir, Sozialisierung ist ein wichtiges Stichwort bei virtuellen Lernteams, und kein Selbstläufer. Ich hoffe daher, dass es in diesem Rahmen immer natürlicher wird, sich online auszutauschen und zu diskutieren – und dass entsprechend noch mehr Leute die vielfältigen Methoden und Möglichkeiten kennenlernen, um die Grundlagen dafür zu schaffen. Alles Gute und viele Grüße, Dagmar

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