Kennst du das?
Du hast zehn PowerPoint-Dateien, drei PDFs, ein paar Excel-Sheets und das geballte Wissen von zwei Fachexperten auf deinem Tisch. Alles soll „irgendwie mit rein“. Denn: „Je mehr Inhalt, desto besser“, oder?
Nicht ganz. Oder besser: ganz und gar nicht
E-Learning ist kein Spaghetti-Wissen
Viele E-Learnings wirken wie ein Teller Spaghetti: viel drin, viel durcheinander – aber schwer zu verdauen. Lernende sind am Ende gesättigt, aber nicht klüger. Denn: Unser Gehirn liebt Struktur, Klarheit – und Pausen.
Aha-Effekt 1:
Lernende erinnern sich nicht an das, was du sagst oder schreibst – sondern an das, was sie verstanden und verankert haben.
Und das bedeutet: Nicht alles, was du weißt, muss auch rein. Nur das, was zur Lernzielerreichung beiträgt.
Kill your Darlings – im Dienste des Lernens
Inhalte auszuwählen heißt vor allem: aussortieren, oder krasser: ausmisten. Klingt hart? Ist es manchmal auch. Aber jedes E-Learning braucht diesen Moment des Mutes: Inhalte streichen, die vielleicht „interessant“, aber nicht zielrelevant sind.
Drei Fragen helfen dir dabei:
- Zahlt dieser Inhalt auf ein Lernziel ein?
- Muss ich das jetzt sagen – oder reicht es später als Vertiefung?
- Ist das Wissen nice-to-know oder need-to-know?
Aha-Effekt 2:
Dein E-Learning ist nur so gut wie das, was du weglässt.
Der Fokus macht den Unterschied
Stell dir vor, du entwickelst ein E-Learning zur Arbeitssicherheit. Du hast die Wahl:
- Variante A: 60 Minuten Überblick über alle Unfallstatistiken der letzten 10 Jahre, rechtliche Grundlagen und Paragraphen.
- Variante B: 20 Minuten Training zur sicheren Nutzung der neuen Hebebühne mit drei konkreten Übungsszenarien
Was wird wohl besser ankommen – und mehr bewirken?
Aha-Effekt 3:
Lernende sind keine Wissenscontainer. Sie wollen Orientierung, Relevanz und das Gefühl: „Das hilft mir wirklich.“
Konkreter Tipp: Die 3-Körbe-Methode
Sortiere alle Inhalte, die du „reinnehmen willst“, in drei gedankliche Körbe:
- Korb A – Muss unbedingt rein
Alles, was direkt zur Erreichung der Lernziele beiträgt. - Korb B – Kann als Vertiefung / Download ergänzt werden
Interessante Zusatzinfos, aber nicht zentral für den Lernweg. - Korb C – Kann raus oder in andere Formate (z. B. Intranet, Wiki)
Hintergrundwissen, historische Daten, „ganz nett, aber…“
Bei dieser Sortierung helfen dir – natürlich – die Lernziele. Erstelle dein E-Learning nur mit Korb A – und verweise bei Bedarf elegant auf die anderen. So bleibt dein Kurs schlank, fokussiert und lernfreundlich.
Aha-Effekt 4:
Was nicht im E-Learning ist, kann trotzdem wertvoll sein – nur eben woanders.
Fazit
Ein gutes E-Learning erkennt man nicht an der Menge der Inhalte – sondern an der Treffsicherheit. An dem Gefühl:
„Das hat mir wirklich etwas gebracht.“
Weniger Inhalt heißt nicht weniger Wert. Es heißt: mehr Wirkung.
Wichtige Informationen !
- Hier kannst du den Artikel im PDF-Format herunterladen.
- Der nächste Artikel am 11. August: „Der Bauplan für dein E-Learning: So strukturierst du Inhalte klar.„
- Du willst E-Learning praxisorientiert lernen, verstehen und machen? Dann ist unser Kurs „Zertifizierte/r E-Learning Autor/in“ das Richtige für Dich.



